UV-Technologie: ein innovativer Ansatz zur Markierung
“UV-Strahlung hat die Kennzeichnung von Medizinprodukten revolutioniert”, erklärt Mario Palmieri, weltweiter Leiter der LASIT-Laboratorien. “Im Gegensatz zu herkömmlichen Infrarotlasern, die bei 1064 nm arbeiten, interagiert die UV-Strahlung mit dem Kunststoffmaterial auf eine grundlegend andere Weise. Die höhere Photonenenergie des UV-Strahls ermöglicht eine photophysikalische Interaktion mit dem Material, wodurch der thermische Effekt, der für IR-Laser charakteristisch ist, deutlich eingeschränkt wird.”


Materialien und Anwendungen im medizinischen Bereich
Im medizinischen Bereich wird eine breite Palette von Kunststoffen verwendet, die jeweils spezifische Anwendungen und Kennzeichnungsanforderungen haben:
PMMA (Polymethylmethacrylat):
- Anwendungen: Intraokularlinsen, Diagnosegeräte
- Markierungseigenschaften: erfordert mittlere bis hohe Leistung für optimalen Kontrast
PC (Polycarbonat):
- Anwendungen: Gerätegehäuse, transparente Komponenten, medizinische Anschlüsse
- Markierungseigenschaften: hervorragende Reaktion auf UV-Strahlung
PEEK:
- Anwendungen: Chirurgische Implantate, sterilisierbare Komponenten
- Markierungsmerkmale: benötigt spezifische Parameter zur Erhaltung der Biokompatibilität
Silikon-Elastomere (LSR/HCR):
- Anwendungen: Schläuche, Beatmungsmasken, Dichtungen, Infusionssets
- Markierungseigenschaften: erfordert extreme Präzision, um die strukturelle Integrität zu erhalten
PA (Polyamid):
- Anwendungen: Katheter, medizinische Schläuche, chirurgische Kunststoffinstrumente
- Markierungsmerkmale: Schwerpunkt auf der Beständigkeit gegen Sterilisationszyklen
PP (Polypropylen):
- Anwendungen: Spritzen, Probenbehälter, Tabletts für chirurgische Instrumente, IV-Komponenten
- Markierungseigenschaften: erfordert optimierte UV-Parameter, um einen ausreichenden Kontrast auf der natürlich durchscheinenden Oberfläche zu erzielen
ABS für medizinische Zwecke:
- Anwendungen: Gehäuse von elektromedizinischen Geräten, Einwegkomponenten
- Markierungsfunktionen: präzise Leistungssteuerung zur Vermeidung von Verkohlung




Widerstandsfähigkeit und Validierung
Die Haltbarkeit der Markierung ist ein entscheidender Aspekt. Medizinische Geräte müssen die Lesbarkeit des UDI-Codes (Unique Device Identification) im Nachhinein beibehalten:
- Wiederholte Sterilisationszyklen (Autoklav, Gammastrahlen, Ethylenoxid)
- Exposition gegenüber Krankenhausreinigungs- und Desinfektionsmitteln
- Test zur beschleunigten Alterung
- Medizinisch-spezifische chemische Beständigkeitstests
Prozesskontrolle und integrierte Bildverarbeitung
Die Qualitätssicherung der Markierung basiert auf einem integrierten Bildverarbeitungssystem, das die Markierung in Echtzeit überprüft:
- Präzise Positionierung auf gekrümmten Oberflächen oder komplexen Geometrien
- Kennzeichnungsqualität gemäß AIM-DPM-Standards
- Lesbarkeit und Kontrast
- Abwesenheit von thermischen Schäden am Material