Der Dentalsektor hat extrem strenge Kennzeichnungsanforderungen. Die verwendeten Materialien – Titan Grad 4 und 5, Kobalt-Chrom-Legierungen und 316L-Edelstahl – erfordern Technologien, die ihre biomechanischen Eigenschaften und ihre Biokompatibilität vollständig erhalten.



Zu den wichtigsten Herausforderungen gehören:
- Markierung auf Mikrometerflächen von Schrauben (Durchmesser <3mm dick)
- Konservierung bioaktiver Oberflächen von osseointegrablen Implantaten
- Aufrechterhaltung der strukturellen Integrität von Instrumenten, die hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind (Drehmoment >35Ncm)
- Einhaltung der MDR 2017/745 und der UDI-Anforderungen
- Beständigkeit gegenüber Hunderten von Sterilisationszyklen (134°C, 2,1 bar)
- Rückverfolgbarkeit von Komponenten eines Multiplattform-Implantatsystems
Pikosekunden-Lasertechnologie: ultraschnelle Interaktion für präzise Markierungen
Die Ultrakurzpuls-Lasertechnologie (Pikosekunde) ist der neueste Stand der Technik für die Markierung von Dentalgeräten und bietet erhebliche Vorteile für chirurgische Instrumente und Implantatkomponenten:
Technische Parameter und Interaktion mit Dentalmaterialien
- Impulsdauer: 3ps, mit einer durchschnittlichen Leistung von 50W oder 100W
- Photophysikalische Wechselwirkung: ‘kalte’ Ablation statt thermischer Fusion
- Wärmebeeinflusste Zone (HAZ): <5μm, wichtig für den Erhalt der mechanischen Eigenschaften
Diese Eigenschaften sind bei der Markierung entscheidend:
- Chirurgische Bohrer mit Titannitridbeschichtung
- Drehmomentschlüssel mit kalibrierten Toleranzen
- Implantate mit mikrotexturierten bioaktiven Oberflächen

Fortschrittliche optische Systeme und Integration mit bildgebenden Technologien
3-Achsen-Scankopf mit dynamischer Fokussteuerung
Die Markierung von Dentalbauteilen erfordert hochentwickelte optische Systeme. LASIT-Lösungen integrieren Scanköpfe mit:
- Dynamische Brennweitenkorrektur: sorgt für eine optimale Fokussierung auf gekrümmten Oberflächen wie der Spirale eines Implantats
- Dreidimensionaler Korrekturbereich: bis zu ±35 mm in der Z-Achse, unverzichtbar für komplette chirurgische Kits
- Minimierter Spot: Durchmesser <20μm, unerlässlich für lesbare DataMatrix auf miniaturisierten Komponenten
TTL (Through The Lens) integriertes Bildverarbeitungssystem
Die Positionierungsgenauigkeit wird durch TTL-Vision-Systeme gewährleistet:
- Auflösung: bis zu 5μm/Pixel für die Ausrichtung auf prothetischen Komponenten
- Gemeinsamer optischer Pfad: Das System verwendet denselben Laserstrahlpfad, so dass keine Parallaxenfehler auftreten.
- Reduzierte Prozesszeiten: Eliminierung von Übersetzungsbewegungen zwischen Vision und Markierung
- Algorithmen zur Mustererkennung: Automatische Identifizierung von Implantatplattformen
- Maßkontrolle in Echtzeit: Qualitätskontrolle nach AIM-DPM Standard

Spezifische Anwendungen in der Dentalindustrie
Kennzeichnung von kompletten Implantatsystemen
Für Hersteller von Implantatsystemen gewährleistet die Lasermarkierung die Rückverfolgbarkeit des gesamten Arbeitsablaufs:
- Implantate: Chargenmarkierung auf der Plattform, ohne die osseointegrable Oberfläche zu beeinträchtigen
- Abutment: Markierung von Durchmesser, transgingivaler Höhe und Angulation
- Schrauben anziehen: Kennzeichnung des maximal zulässigen Drehmoments
- Spezielle Werkzeuge: Markierungshinweise für die korrekte Ausrichtung der Prothese
Die DataMatrix-Kennzeichnung auf diesen Komponenten erfordert extreme Präzision, mit Zellgrößen bis zu 0,1 mm und Toleranzen von weniger als 0,02 mm.

Kennzeichnung von kompletten Operationssets
Chirurgische Kits für die Implantologie erfordern die Markierung von Instrumenten mit unterschiedlichen Geometrien:
- Chirurgische Bohrer: Markierungsdurchmesser (2,0-5,5mm) und Arbeitstiefen (6-15mm)
- Gewindeschneiden: Gewindesteigungsmarkierung und Plattformkompatibilität
- Schraubendreher: Kennzeichnung der Anschlussart (Sechskant, Torx, Vierkant)
- Drehmomentratschen: abgestufte Skalen für die Drehmomentkontrolle
UDI-Rückverfolgbarkeit bei kieferorthopädischen Instrumenten
Kieferorthopädische Mehrzweckinstrumente erfordern eine dauerhafte UDI-Kennzeichnung mit spezifischen Merkmalen:
- Die Tiefe ist auf 5-10μm kalibriert, um strukturelle Beeinträchtigungen zu vermeiden.
- Kontrollierte Oberflächentextur zur Verhinderung von Biofilmablagerungen
- Resistenz gegen enzymatische Reinigungs- und Desinfektionsmittel
- Kompatibilität mit Zitronensäure- und Salpetersäure-Passivierungstests


Technische Leistung der Pikosekunden-Lasermarkierung
Korrosionsbeständigkeit und Biokompatibilität
Die Pikosekunden-Lasermarkierung hält die Biokompatibilitätsparameter ein:
- Besteht 400 Stunden Salzsprühtest (ISO 9227)
- Erhält die Spaltkorrosionsbeständigkeit (ASTM F746)
- Verändert die Zytotoxizität von Materialien nicht (ISO 10993-5)
- Bewahrt die Eigenschaften der Biokompatibilität (ISO 10993-1)
Überprüfung der Lesbarkeit gemäß der Norm ISO/IEC 15415
Die Lesbarkeit von DataMatrix-Codes wird anhand bestimmter Anforderungen bewertet:
- Mindestnote ‘B’ für die Gesamtqualität
- Kontrast >40% auch nach 200 Sterilisationszyklen
- Garantierte Dekodierung mit Standard-Scannern
- Geprüfte Lesbarkeit auf gekrümmten Oberflächen bis zu 15° Neigung
Optimierte LASIT-Lösungen für den Dentalbereich
LASIT hat spezielle Markierungssysteme für die Dentalindustrie entwickelt:
- FlyRing: rotierendes Spindelsystem für die 360°-Markierung von zylindrischen Instrumenten und Implantaten
- CompactMark S: Hochpräzisionssystem mit Oberteil aus 316L-Edelstahl für Reinraumumgebungen
- PowerMark Picosecond: Integrationslaser für automatisierte Produktionszellen
- FlyCAD-Software mit Dentalmodul: Verwaltung von Implantat- und Kieferorthopädiedatenbanken
Zukunftsperspektiven
Die Pikosekunden-Lasermarkierung stellt den neuesten Stand der Technik für die dauerhafte Identifizierung von Dentalprodukten dar und gewährleistet Rückverfolgbarkeit, Sicherheit und die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, ohne die Materialeigenschaften zu beeinträchtigen. Zu den zukünftigen Trends gehören die Integration mit Blockchain-Systemen zur Validierung der Authentizität von Prothesenkomponenten und die Verwendung fortschrittlicher Erkennungstechnologien zur Selbstidentifizierung von Instrumenten während chirurgischer Eingriffe.

Business Development Director | LASIT
Business Development Director bei LASIT, Giandomenico Ievoli ist verantwortlich für die kommerzielle Leitung und strategische Entwicklung des Unternehmens. Er leitet die Geschäftsentwicklungsaktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene und trägt zum Wachstum und zur Expansion von LASIT auf den globalen Märkten bei.